
Interessantes und Kurioses
aus dem großen Strom der Nachrichten gefischt ...
08. Juni 2006
Energiesparen, aber mit System
(KStA) - Zugegeben: Der Versuch, mit einem Fön ein Spiegelei zu braten, wäre nicht nur eine ganz schön dumme Aktion, sondern angesichts der Strompreise auch noch eine ziemlich teuer. Das trifft aber auch für viele andere Alltags-Gewohnheiten zu, die sich am Ende eines Jahres zu einer Stromrechnung in astronomischer Höhe summieren können: Fernseher, Fax und Hifi-Anlage auf Stand-by, alle Leuchten mit 100-Watt-Lampen ausgestattet, jeden Tag ein Vollbad, obwohl das Wasser über Strom erwärmt wird, oder ein 20 Jahre alter Kühlschrank, der mehr brummt als kühlt.
Welcher Stromverbrauch noch „normal" ist und wann die Grenze zur Verschwendung überschritten wird, das rechnet der örtliche Energieversorger gerne anhand von Durchschnittswerten vor: Ein Single ist laut „Rheinenergie“ mit einem jährlichen Verbrauch von 750 Kilowattstunden (kWh) „sparsam“, mit 3150 kWh dagegen ein Verschwender. 1730 kWh sind in Ordnung. 3750 kWh sind ein guter Mittelwert für einen Drei-Personen-Haushalt, 1900 kWh optimal und 7500 kWh eine Katastrophe - bei einem Strompreis von knapp 17 Cent pro Kilowattstunde. Schön und gut: Aber wo lässt sich Geld sparen? Die Energieagentur NRW hat den Stromverbrauch von 28 000 Privathaushalten analysiert und ist dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen: Der meiste Strom wird im privaten Büro verschwendet, während in den Bereichen Kochen, Waschen und Spülen relativ wenig Energie verbraucht wird. „Da je nach Haushaltsgröße die Ausstattung mit Geräten und deren Nutzung erheblich variiert, sind auch die Energieeinsparpotenziale sehr unterschiedlich“, sagt Tom Wallbaum von der Energieagentur NRW.
Fast zwei Drittel des gesamten Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushalts entfallen nach der Studie auf sechs Haushaltsbereiche: An der Spitze steht das Büro (PC, Faxgerät, Drucker, Scanner) mit 12,2 Prozent, es folgt die Warmwasserbereitung mit Strom (11,5 Prozent), TV / Audio und Beleuchtung (je 11,1 Prozent), Kühlen (10,3 Prozent) und Trocknen (10,1 Prozent). Alle anderen Bereiche - Kochen, Gefrieren und Spülen, Waschen - machten zusammen nur ein Drittel des Stromverbrauchs aus. Hier lohne sich Energiesparen weniger. Ganz anders sieht die Rechnung bei Singles aus: Knapp vier Fünftel des Verbrauchs entfallen hier auf die Bereiche Kühlen (17,8 Prozent), Warmwasser, Büro, TV, Beleuchtung und Kochen. In diesen Bereichen mache sich Energiesparen bezahlt, wobei insbesondere ein energieeffizienter Kühlschrank sich schnell amortisiere, sagt Wallbaum. In Vier-Personen-Haushalten steht der Trockner an der Spitze der Hitliste für Energiefresser (12,1 Prozent). Es folgen das Büro, die Beleuchtung, TV-Audio, Warmwasser, Kochen und Kühlen. Sparsame Familien sollten deshalb darauf achten, den Trockner seltener, dann aber möglichst effizient einzusetzen. Unter Umständen lohne sich die Anschaffung eines Trockners mit Wärmepumpentechnik. Singles könnten vor allem mit einem energieeffizienten Kühlschrank Geld sparen. Eine Liste sparsamer Geräte ist auf den Internetseiten der Energieagentur und der Rheinenergie abrufbar.
Über die Gründe für den hohen Stromverbrauch des Bereichs „Büro“ lasse sich nur spekulieren, sagt Wallbaum. Es könne zum einen daran liegen, dass viele Geräte im Stand-by-Betrieb laufen und nicht an eine abschaltbare Steckerleiste angeschlossen sind. „Das Faxgerät verbraucht übers Jahr gesehen mehr Strom im Stand-by-Betrieb als für das Senden und Empfangen an sich“. Der PC ziehe - wenn er direkt an die Steckdose angeschlossen wird - auch dann Strom, wenn er gar nicht eingeschaltet sei. Zum anderen nehme auch die Zahl der Elektrogeräte pro Haushalte zu: „In vielen Haushalten mit Kindern stehen mehrere PCs“, sagt Wallbaum. „Auch wenn Flachbildschirme heute weniger Strom verbrauchen als Röhrenmonitore, bleibt der gesamte Stromverbrauch allein durch die zunehmende Anzahl der Geräte pro Haushalt auf einem hohen Niveau“.
07. Juni 2006
Sonnenergie boomt - Windkraft lahmt
(Pressetext Deutschland, Christine Imlinger) Frankfurt am Main (pte/28.01.2006/13:45) - Die deutsche Solarenergiebranche blickt sonnigen Zeiten entgegen: der Anteil an der gesamten Energieerzeugung ist zwar noch gering, aber der Branche werden hohe Wachstumsraten prognostiziert. Im Jahr 2004 ist der Anteil an neuen Solaranlagen um 137 Prozent gestiegen. Vor allem die neuen Bundesländer sollen von der rasanten Entwicklung profitieren, so eine Studie zur Solar- und Windenergiebranche der deutschen Wirtschaftsprüfgesellschaft BDO http://www.bdo.de/.
"Dort, wo die politischen Rahmenbedingungen günstig sind, wird sich die Branche der erneuerbaren Energien auch gut entwickeln können", meint einer der Autoren der Studie, Steffen Eube in der Financial Times Deutschland. Profitieren werden vor allem die Hersteller und Entwickler von Solaranlagen. Seit vergangenem Jahr hat die deutsche Branche Japan als Nummer Eins der weltweiten Sonnenenergiebranche abgelöst. Die Weltmarktführer, Sharp und Kyocera, stammen aber weiterhin aus Japan.
Der weltweit führende Solarstandort dürfe mittlerweile Ostdeutschland sein, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSW) http://www.bsi-solar.de/, Carsten Körnig. Mittlerweile arbeiten 35.000 Personen in der deutschen Solarbranche, laut BSW wird die Anzahl der Beschäftigten in den nächsten Jahren noch deutlich steigen. Der Boom der Branche spiegelt sich auch an der Börse wieder. Die Aktien von Solarworld, Ersol und Q-Sells haben im Januar kräftig zugelegt, nachdem Kalifornien ein Solarenergie-Investitionsprogramm von über 2,9 Mrd. Dollar beschlossen hat. Die deutsche Branche rechnet mit weiteren Börsegängen. Die Solarwatt AG, PV Crystalox Solar AG und die Solarpraxis gelten als TecDax-Kandidaten.
Die bedeutendste erneuerbare Energiequelle in Deutschland war 2004 erstmals die Windenergie. Der Boom der 90er Jahre sei aber zu Ende, so die Studie. Die Vergütungen für die Betreiber von Windkraftanlagen wurden gesenkt und es gebe kaum noch Standorte, an denen der Bau von neuen Anlagen wirtschaftlich sinnvoll sei, meint der Ingenieur Nicolas Rüssmann, ein Mitautor der BDO-Studie. Am ehestens würden sich Investitionsmöglichkeiten an der Nord- und Ostsee bieten, die größten Wachstumschancen hat die deutsche Windenergiebranche aber im Ausland.